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Akademie
200 Jahre Kunstakademie Düsseldorf werden in einem großen historischen Bogen von der Herausbildung der Düsseldorfer Malerschule Anfang des 19. Jahrhunderts bis zur jungen Kunstszene des 21. Jahrhunderts aufgerollt. Thematische Bündelungen und punktuelle Dialoge beleuchten die internationale Ausstrahlung und die Wechselwirkungen von alter und neuer Kunst. Den Auftakt machen Gemälde der Nazarener zusammen mit Werken der italienischen Renaissance. Sie bilden neben dem prägenden Einfluss Raffaels die Grundlage der Malerschule.

Im zweiten Raum werden eine Riege akademiekonformer und rebellierender Künstler (Hasenclever) und Vertreter sezessionistischer Bewegungen (Liebermann) vorgestellt. Wollheim und Schwesig verweisen stellvertretend auf den Bruch mit dem Geniekult des Künstlers im 20. Jahrhundert, gespiegelt von Künstlerinnen im Spagat zwischen traditioneller Frauenrolle und freiem Künstlertum (Rosenbach, Samen).

Es folgen Hauptwerke der poetisch-idealistischen Malerei (Hildebrandt, Sohn), umgeben von Paardarstellungen (Bendemann, Lasch, Beckmann Richter), die den Gemeinschaftssinn der Malerschule hervorheben. Die Historienmalerei zwischen Sakralisierung und Säkularisierung wandelt sich vom pathetischen Heldentod (Geselschap) und Brudermord (Slevogt) bis zur politisch ambitionierten „Tendenzmalerei“ des aktuellen Ereignisbildes (Hübner, Hasenclever). Mit der Landschaftsmalerei findet der Aufbruch in die Moderne statt. Im 20. Jahrhundert wurde das Experiment mehr und mehr Teil des akademischen Unterrichts, nachdem sich die "akademischen" und "anti-akademischen" Maler heftige Debatten geliefert hatten. Gegen die Akademie gerichtet war die abgeschiedene Malerkolonie der Worpsweder Maler (Modersohn-Becker), der „Sonderbund“ (Ophey) und das „Junge Rheinland“ (Wollheim, Campendonk, Dix, Max Ernst, Goller). In den 1920er Jahren rückten progressive Künstler wie Klee und Campendonk in den Lehrkörper, wurden 1933 aber durch die Nazis
sofort entlassen – die Akademie kam in ein braunes Licht, kaum gemildert durch die kurzzeitige Lehrtätigkeit Radziwills.

Die Entwicklung hin zum Experiment wird am Beispiel der 10er/20er Jahre, mit einem Schlaglicht auf Informel und Abstraktem Expressionismus (Hoehme, Götz, Kricke), mit der internationalen ZERO-Bewegung (Mack, Piene, Uecker, Graubner) und mit einem Querschnitt der Situation um 1968 (Beuys, Immendorff, Mahn, Palermo, Polke, Richter, Ruthenbeck, Sieverding) dargestellt.
Die Richtungskämpfe flammten immer wieder auf besonders um die
Beuys-Klasse. Diachron dazu werden Themen angesprochen wie Technik und Großstadt in der Weimarer Zeit, der Weg zur malerischen Abstraktion und zur Objektkunst am Beispiel der Landschaftsmalerei und des Stilllebens vom 19. Jahrhundert (Schirmer, Schuch) bis heute (Palermo, Arman, Spoerri)
oder die Bedeutung des Quadrats als formale Ikone des 20. Jahrhunderts. Im letzten Raum findet die junge Kunst ein ständig wechselndes Forum.
akademie_hasenclever
Johann Peter Hasenclever
Atelierszene, 1836
akademie_Palermo__Ohne_Tite
Palermo
Ohne Titel (grün-blau)
1969
Struth__Thomas_K_2002_17
Thomas Struth
Geldern am Niederrhein 1954
National Museum of Art, Tokyo, 1999
C-Print
185 x 282 x 6 cm
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