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Public Private Partnership
Stiftung museum kunst palast

„PPP“ – dieses magische Kürzel begegnet uns heute in kultur- und wirtschaftspolitischen Debatten immer häufiger. Public Private Partnership – so die Auflösung – ist als Kooperationsform andernorts, zum Beispiel in den Vereinigten Staaten, längst etabliert, in Deutschland aber noch relativ jung.

Public Private Partnership lässt sich definieren als ein Interessenszusammenschluss öffentlicher wie privater Förderer zum beiderseitigen Vorteil. Diese Kulturförderung in gemeinsamer Verantwortung bietet eine erfolgreiche win-to-win-Strategie, gerade dann, wenn die öffentlichen Gelder nicht ausreichend vorhanden sind und zugleich ein privatwirtschaftlicher Förderer für ein urbanes, kulturelles Engagement langfristig in die Verantwortung genommen werden kann. Aus dieser Form leitet sich geradezu zwangsläufig ein Stiftungsmodell als sinnvolle Form der Trägerschaft ab.

Der Stiftungszweck des museum kunst palast ergab sich von vorne herein aus der Aufgabenstellung, nämlich der Sanierung des maroden Kunstpalastes und Betrieb des gesamten Museumskomplexes unter Einbeziehung des angrenzenden und bisher als städtisches Institut betriebenen ehemaligen Kunstmuseums.
Da die Stadt Düsseldorf das ehrgeizige Projekt der Sanierung des alten Kunstpalastes von 1902 nicht alleine mit eigenen finanziellen Mitteln bewerkstelligen konnte, wurde ein Partner und eine Rechtsform gesucht, die eine langfristige Kooperation verbindlich sicherstellen. Dafür boten sich die Rechtsformen der gGmbH oder der Stiftung an.

Zu den Gründungsmitgliedern der Stiftung des museum kunst palast gehören die Stadt Düsseldorf und der Energie-Konzern E.ON, damals noch VEBA AG.

Die Grundgedanken der Stiftungssatzung, die im Jahr 1998 die Kooperation beider Seiten besiegelte, bestanden darin, dass der Verkauf des Grundstückes es der E.ON AG ermöglichte, ihren neuen Firmensitz auf dem rückwärtigen Gelände des Kunstpalastes zu errichten, das Unternehmen im Gegenzug den Neubau des Kunstpalastes mitfinanzierte und langfristig die fortlaufende Unterstützung des angrenzenden Museumskomplexes sowie der Aktivitäten zusicherte.


Die Partnerschaft

Die Stadt überschrieb zunächst das gesamte Grundstück des Kunstpalastes auf die Stiftung. Im Jahr 2000 ist zudem der Betrieb des Kunstmuseums auf die Stiftung übertragen worden. Für den Betrieb konzentriert sie künftig alle bisherigen laufenden Ausgaben für den Kunstpalast auf die Kunststiftung und verpflichtet sich, die Mittel an die Lohnkostenentwicklung anzupassen.

Die E.ON hat parallel dazu von der Stiftung den rückwärtigen Teil der Kunstpalastgrundstücks zum üblichen Marktpreis gekauft und dort ihr neues Hauptquartier bezogen. Darüber hinaus hat sie 5 Mio. Euro in die Stiftung eingebracht, die mit diesen Mitteln, dem nach Abzug der Freimachungskosten in Höhe von rund. 6,5 Mio Euro verbleibenden Grundstückskaufpreis von 9,75 Mio. Euro, den von der Stadt aus einem anderen Immobiliengeschäft in der unmittelbaren Nähe reservierten 4 Mio. Euro und einem großzügigen Landeszuschuss von 12,55 Mio. Euro den Kunstpalast einschließlich des Robert-Schumann-Saals neu errichtet hat. Zudem unterstützt die E.ON das museum kunst palast bis 2009 mit jährlich einer Mio. Euro. Die ersten sechs Jahre des Ausstellungsbetriebs wird sie zusätzlich mit jährlich 1,5 Mio. Euro sponsern.

An der Spitze der Stiftung steht der Vorstand, der mit dem Generaldirektor Beat Wismer und dem kaufmännischen Direktor Carl Grouwet besetzt ist und die Geschäfte der Stiftung führt. Der Vorstand wird überwacht von einem mindestens 14-köpfigen Kuratorium, dass die Beachtung des Stifterwillens sicherzustellen hat. Dabei ist ausdrücklich festgelegt, dass das Kuratorium keine Einflussnahme ausübt auf Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Arbeitsprogramm der Stiftung. Die Zusammensetzung des Kuratoriums gestaltet sich folgendermaßen: Weder die Stadt (7 Sitze) noch die E.ON (4 Sitze) noch die hinzugewählten weiteren Mitglieder, Persönlichkeiten aus Kultur und Wirtschaft, haben die Mehrheit. Ziel ist, dass alle wesentlichen Entscheidungen einstimmig getroffen werden.
Luftaufnahme, im Vordergrund: museum kunst palast, dahinter: E.ON AG, Foto: E.ON
Luftaufnahme, im Vordergrund: museum kunst palast, dahinter: E.ON AG, Foto: E.ON
Foyer museum kunst palast, Foto: Stefan Müller, Berlin
Foyer museum kunst palast, Foto: Stefan Müller, Berlin
Blick in die Ausstellung Joan Miró, Foto: museum kunst palast
Blick in die Ausstellung Joan Miró, Foto: museum kunst palast
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